Dem Wohnungseinbruchsdiebstahl Kante zeigen

 

Polizei Stötteritz

Foto: Frank Schütze

Der Einbruchsdiebstahl in Wohnungen und Einfamilienhäuser – die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt es eindringlich – ist ein Schwerpunktfeld der hiesigen Kriminalitätsstruktur. Das Delikt erscheint für Täter der Beschaffungs- und Bandenkriminalität gleichermaßen lukrativ, da in vielen Haushalten neben hochwertigem Schmuck und teurer Technik auch noch Bargeld, EC- bzw. Kreditkarten oder Autoschlüssel zu finden sind. Für viele Geschädigte fällt der materielle Schaden hernach aber weit weniger ins Gewicht, als die psychische Belastung, mit dem Umstand umgehen zu müssen, dass ein Fremder in der ureigensten Intimsphäre herumgeschnüffelt hat. Insofern sind vorbeugende Maßnahmen für Mieter und Eigentümer doppelt sinnvoll, wobei in vielen Fällen schon einfachste Mittel ausreichen.

So gelang es einem Einbrecher in Leipzig (OT Gohlis, Dietzgenstraße) am gestrigen Tag leider abermals am helllichten Tage (zwischen 14:30 Uhr und 16:40 Uhr), eine zweiflügelige Wohnungstür soweit aufzudrücken, dass er die Kantenriegel erreichen und betätigen konnte. Hernach musste er beide Türflügel nur noch leicht nach innen drücken, damit der Schließriegel aus der Falle sprang. Hierfür dürfte er nicht einmal zehn Sekunden benötigt haben, erlangte Zutritt zur Wohnung, konnte sich ein Tablet sowie eine hochwertige Armbanduhr aneignen und unerkannt flüchten. Und da die Leipziger Wohnungsbausubstanz der Gründerzeit unzählige Doppelflügeltüren mit Kantenriegelsicherung aufweist, bleibt eindeutig festzuhalten, dass diese für sich allein definitiv keinen ausreichenden Einbruchsschutz darstellt. Hier kann aber bereits „Pfennigbedarf“, wie mit einfachen Schrauben gesicherte Kantenriegel oder zusätzliche Arretierungen der Türflügel, Abhilfe schaffen.

Derartige Sperren sind für Täter natürlich nicht unüberwindbar, aber sie bereiten ihnen einen zeitlichen Mehraufwand und führen zu mehr Lärm. Mithin wird das Entdeckungsrisiko erhöht und die Täter versuchen ihr „Glück“ dann erfahrungsgemäß an anderer Stelle. Im Zusammenspiel mit noch versierteren Baumaßnahmen und eigenen Verhaltensänderungen (Ab-/Verschließen, keine angekippten Fenster) kann die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden, durch jeden einzelnen Bürger massiv minimiert werden.

Frank Schütze ist Diplom-Journalist und hat die Stötteritzer Storys gegründet, damit die Menschen im Viertel wissen, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Sein Anspruch ist es umfassend und neutral über Leipzigs höchstgelegenen Stadtteil zu berichten. Außerdem freut er sich über Themenhinweise und Kritik.

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