Flüchtlinge in Stötteritz gut aufgenommen

Foto: Elisabeth Enders

Alexander Leistner freut sich, dass die Geflüchteten in der Sommerfelder Straße in Stötteritz jetzt Lust auf ihre Nachbarn bekommen, sie kennenlernen wollen. Das „Bedürfnis nach Begegnung“ zeige, dass sie ein großes Stück weit angekommen sind, Selbstvertrauen gewonnen haben und sich nicht mehr ganz so fremd fühlen. Foto: Elisabeth Enders

Pöbeleien gegen Fremde, blockierte Flüchtlingsbusse, eine rabiate Polizei und brennende Asylunterkünfte: Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, bekommt schnell ein beklemmendes Gefühl. Der Eindruck entsteht, dass in unserem Land einiges gewaltig aus den Fugen geraten ist. Doch es gibt auch Lichtblicke. Und vor allem diese sind es wert, erzählt zu werden.

Denn nachdem im vergangenen Jahr ein Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in Stötteritz glücklicherweise scheiterte, fanden sich schnell zahlreiche Stötteritzer, um ein Zeichen zu setzen und den Asylsuchenden beim Ankommen in unserem Stadtteil zu helfen.

Aus ersten Ideen entstanden konkrete Taten. Die Initiative „Nachbarschaft leben“ gründete sich spontan nach dem Brandanschlag auf das heute von Flüchtlingen bewohnte Haus in der Sommerfelder Straße im vergangenen Sommer. Über das Netzwerk der „Stötteritzer Kulturrunde“, die Evangelische Kirchgemeinde, Freunde und Nachbarn fanden sich Menschen zusammen, die ihr Ehrenamt beherzt ausfüllen und schnell eine belastbare, unkomplizierte Struktur gefunden haben. Die Anstrengungen tragen Früchte. Dennoch gibt es auch noch einiges zu tun.

Zahlreiche Angebote zum Sprachenlernen und Spielen für Flüchtlinge

Die Stötteritzer Flüchtlingshilfe „Nachbarschaft leben“ bestreitet derzeit vier Sprachkurse. Dafür gibt es ein festes ehrenamtliches Lehrerteam aus 30 Menschen, die sehr professionell an die Aufgabe gingen, so Alexander Leistner, der als einer der Koordinatoren im Hintergrund für die Kommunikation in der Gruppe sorgt. Darüber hinaus kommen mittwochs und samstags Familien mit ihren Kindern ins Evangelische Studienhaus zum Spielen. Mittwochs seien die Kinder meist müde von der Schule, aber am Samstag voller Tatendrang und für diese Tage braucht es dringend noch Unterstützer.

Wohnungen in Stötteritz für Flüchtlinge benötigt

Über die regelmäßigen Kontakte mit den Flüchtlingen u.a. aus Syrien und Afghanistan seien erste Freundschaften entstanden. Diese helfen, die nun anstehenden Schritte raus aus der Unterkunft zu tun. Wohnungen werden gesucht und der erklärte Wunsch ist es, hier im Stadtteil zu bleiben. Alexander Leistner nennt die daraus resultierende Aufgabe der Helfer „Brücken bauen“. Dazu gehört, den Vermietern die Angst vor den Fremden zu nehmen und den Geflüchteten zu erklären, wie Wohnung mieten in Deutschland funktioniert.

Weitere Hilfe und Helfer gesucht

Weiter gebraucht werden „Brückenbauer“, Wohnungen, möglichst in der Nähe, und ganz dringend fünf Kindergartenplätze. Derzeit ist eine regelmäßige Hausaufgabenhilfe in Planung, auch dafür braucht es Mitstreiter. Außerdem soll der Kontakt zu den umliegenden Sportvereinen geknüpft werden, auch hierfür sind Helfer willkommen.

Weitere Informationen und Kontakt

Einen guten Überblick über die Arbeit der Initiative findet ihr auf der Seite www.nachbarschaft-leben.de

Wer mitmachen möchte, Ideen hat, Wohnungen oder Kitaplätze vermitteln will: info@nachbarschaft-leben.de

 

Autor: Elisabeth Enders

 

Frank Schütze ist Diplom-Journalist und hat die Stötteritzer Storys gegründet, damit die Menschen im Viertel wissen, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Sein Anspruch ist es umfassend und neutral über Leipzigs höchstgelegenen Stadtteil zu berichten. Außerdem freut er sich über Themenhinweise und Kritik.

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