Wie die Stadt Leipzig zum Parken in Stötteritz steht

Am Abend war kaum ein Parkplatz zu finden, am morgen sah es dann schon nach totaler Inkompetenz aus: Parken in Stötteritz wird zunehmend schwieriger. Das Ordnungsamt nutzt das aus und verteilt fleißig Strafzettel. Foto: Frank Schütze

Am Abend war kaum ein Parkplatz zu finden, am morgen sah es dann schon nach totaler Inkompetenz aus: Parken in Stötteritz wird zunehmend schwieriger. Das Ordnungsamt nutzt das aus und verteilt fleißig Strafzettel. Foto: Frank Schütze

Es war schon mehrfach zur Sprache in diesem Blog gekommen und nun bekommt das Thema „Parken in Stötteritz“ ein neues Kapitel. Denn wie auf dem Bild oben gut zu erkennen ist, ist das was am Morgen total dämlich aussieht und auf „egoistisches Fahrzeug abstellen“ schließen lässt am Abend zuvor stundenlange Kreiselei durchs Viertel. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit will eigentlich niemand jeden Winkel des Stadtteils erkunden, um sein Auto irgendwo loszuwerden. Das es in der Stadt Leipzig mit der Schaffung von Parkplätzen wenig rosig aussieht, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das gleichzeitig das Ordnungsamt die Situation durch das Verteilen von Strafzetteln weiter anheizt, stört viele.

Offener Brief an den Ordnungsbürgermeister

Stötteritzerin Nicole wollte das nicht umkommentiert hinnehmen und schrieb dem Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal einen Brief. Unter anderem schreibt sie:

Ich bin ein großer Freund von Ordnung und Sicherheit. Ich möchte mich vor allem sicher & gerecht behandelt in meinem „Lebensraum“ fühlen. Ich mag es, wenn Ordnung herrscht, was mit Gerechtigkeit und Sicherheit einhergeht.

Um Recht und Ordnung in einer Gesellschaft zu erzielen, muss der jeweiligen Exekutive Werkzeuge & Handlungspielraume zur Durchsetzung dieser Ziele gegeben werden. Dies ist eine, für mich, durchaus akzeptable Verfahrensweise. Und auch ich musste mich in meinem Leben, wenn auch selten, durch Strafen zurechtweisen lassen.

Ihr Einsatz ist löblich, Ihr Engagement & Fleiß bewundernswert.

Jedoch lässt es mich stutzen, dass in einem Stadtteil wie Stötteritz, meines Erachtens, völlig unnötige Überwachung des ruhenden Verkehrs stattfindet.

Und dann fragt sie den Ordnungsbürgermeister:

Welchen Sinn hat es, in der hoffnungslos überfüllten, abendlichen Parkplatzsituation in Stötteritz einen Großtrupp Ihrer Angestellten loszuschicken?

Was das Amt zum Parken in Stötteritz sagt?

Nicht der Ordnungsbürgermeister aber der Amtsleiter des Ordnungsamtes hat sich dieser Frage angenommen und antwortet in einem Schreiben wie folgt:

Auch wenn Sie möglicherweise einen anderen Eindruck haben kann ich Ihnen versichern, dass Verkehrsüberwachungsmaßnahmen in Wohngebieten stets unter ausgewogener Anwendung des Opportunitätsprinzips erfolgen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Interesse der Sicherheit auf Schulwegen und des Fußgängerverkehrs generell insbesondere das Parken in 5-Meter-Kreuzungsbereichen, vor Bordsteinabsenkungen und auf Gehwegen regelmäßig ordnungsrechtlich beanstandet werden muss.

Und einige Zeilen weiter heißt es:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass knapper Parkraum – was insbesondere in innerstädtischen dicht besiedelten Wohngebieten bekanntermaßen keine Seltenheit ist – nicht dazu führen kann, dass ordnungswidriges Halten und Parken zu Lasten der Sicherheit und Leichtigkeit im öffentlichen Verkehrsraum geht.

So weit so gut. Viele Lösungsansätze sieht man bei der Stadt dann aber auch nicht:

Die Stadt leistet im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung bei der Lösung der Parkraumprobleme (z.B. Veränderungen der Stellplatzordung im Straßenraum und Beratung der Investoren im Rahmen der Baumaßnahmen). Grundsätzlich ist es aber nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, Stellplätze zu finanzieren, zu errichten und zu unterhalten. Hier sind die jeweiligen Grundstücks- und Wohnungseigentümer gefordert, in ihrem bzw. im Sinne ihrer Mieter Lösungen zu schaffen.

Und so wird wohl alles bleiben, wie es ist. Was denkt ihr? Sind viele Autofahrer einfach rücksichtslos oder seht ihr die Stadtverwaltung in der Pflicht? Freue mich auf eure Kommentare.

Frank Schütze ist Diplom-Journalist und hat die Stötteritzer Storys gegründet, damit die Menschen im Viertel wissen, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Sein Anspruch ist es umfassend und neutral über Leipzigs höchstgelegenen Stadtteil zu berichten. Außerdem freut er sich über Themenhinweise und Kritik.

8 Gedanken zu “Wie die Stadt Leipzig zum Parken in Stötteritz steht

  1. Ist das Fazit der Briefschreiberin, keine Kontrolle alles so lassen?
    Man muss umdenken, braucht man in Leipzig 1 oder gar 2 Autos? Nein!

    Es gibt in Stötteritz kaum noch einen Kreuzungsbereich, welcher nicht total zugeparkt wird, Fußgänger, Kinderwagen, Kinderräder kommen nicht mehr durch. Mitten auf dem Fußweg in zweiter Reihe wird auch langsam salonfähig.
    Einfach etwas laufen und das Auto z.B. in der Güntzstraße abstellen, ist offenbar nicht möglich.
    Der Lichtenbergweg ist teilweise so zugeparkt, dass die Stadtreinigung diesen nicht mehr anfahren kann und u.a. bei der KITA bleiben die Tonnen ungelehrt. Feuerwehrzufahrt Neue Nikolai Schule und Grundschule Franz-Mehring wird abends ebenfalls zugeparkt. 1 min Fußweg ist vor der Schwimmhalle in der Kolmstraße alles frei. Vor REWE mal schnell zum einkaufen…natürlich auf dem Fußweg parken. In Stötteritz kann man viele Wege erlaufen,
    mit dem Rad oder mit der Straßenbahn + S-Bahn erledigen. Wer hier herzieht und sich dann über Parkplatzmangel beschwert, sollte vorher mal die Augen aufmachen.

  2. Hallo,
    Ja was soll man da sagen da wo es lobenswert und richtig sei Strafzettel zu verteilen muss man erst hinterher telefonieren dem Ordnungsamt. Wie in der Sommerfelder Straße da werden Einfahrten zu geparkt wenn interessiert es keinen da muss man als Anwohner frühs halb 5 den Abschlepper bestellen um noch relativ pünktlich zur Arbeit zu kommen. In der Obendorfstr werden neue Häuser gebaut, statt Parkplätze für Anwohner. Also bei den Antworten des Ordnungsbürgermeisters sträuben mir die Nackenhaare hoch.

  3. Wenn man abends von der Arbeit kommt findet man kaum noch einen normalen Parkplatz. Man wird regelrecht gezwungen so zu Parken.

    Vor allem die Gäste des Balancehotel nehmen den Anwohnern die Parkplätze weg. Das Hotel hat doch eine Tiefgarage . Warum wird diese nicht von den Gästen genutzt?

    Was vielleicht etwas helfen würde, wären Parkplatzmarkierungen. Denn oft entstehen sehr große Lücken.

  4. …inigung diesen nicht mehr anfahren kann und u.a. bei der KITA bleiben die Tonnen ungelehrt…

    Die armen Tonnen bekommen keine Bildung 🙁

  5. Auf unseren Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal kann man sich eh nicht verlassen, der wälzt seine Verantwortung gerne ab. Jetzt musste der Amtsleiter des Ordnungsamtes hier Rede und Antwort stehen und Herr Rosenthal ist wieder fein raus.
    Was geht den Herr Rosenthal die Parkplatzsituation in Stötteritz an? Solange die Autofahrer fleißig Ihre Steuern bezahlen und Politessen das Stadtsäckchen füllen ist doch alles in Ordnung.
    Kannst doch auch in der Innenstadt im Parkhaus parken und mit der Bimmel nach Stritz fahren.
    Rosenthal interessiert es nicht. Hatte mich schon einmal beschwert, dass die Städtische Bestattungswesen Leipzig GmbH Ihre Bestattungsfahrzeuge auf dem Friedhof waschen darf und wir nicht unsere Autos auf der Straße waschen dürfen … da musste auch sein Handlanger Herr Weber antworten. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus und die haben Ihre Parkplätze auf Ihren Grundstücken vor den dicken Villen.

  6. Wer heute noch 2 oder mehr Autos in Stötteritz hat, ist selber Schuld. Ein grosses Problem sind von allem auch die Transporter. Seitdem das Klangwerk bezogen ist, findet man in dem Umfeld abends ab 19 Uhr schon keinen Parkplatz mehr. Auch ein Grund: die Bewohner vom Klangwerk haben grösstenteils je Mietpartei 2 Autos und nutzen die Tiefgarage warscheinlich nicht, weil teuer… und/oder nicht ausreichend Parkplätze vorhanden. Da kann ich nur Fahrrad & Nahverkehr empfehlen.

  7. Ich wohne nun seit Anfang Juni in Stötteritz in der Rudolph-Herrmann-Straße und bin immer mehr unglücklich über die Parkmöglichkeiten in Stötteritz.
    Es sind schon wenige Parkmöglichkeiten da und nun ist auch noch in fast jeder Nebenstraße ein Teil des Straßenrandes mit Parkverbotsschildern versehen … warum auch immer …
    Gestern Abend habe ich zum Bespiel ganze 40 Minuten gebraucht, bis ich mein Auto abstellen konnte !!! (Ich habe nur ein Auto und ja ich bin auch jeden Tag auf meinen Wagen angewiesen !!!)
    Ich habe bis vor 2 Tagen – NUR wenn ich am Straßenrand keinen Parkplatz gefunden habe – NACHTS auf dem Parkplatz von den Ärzten und der Apotheke gehalten und bin morgens spätestens 07./07.30 Uhr verschwunden gewesen mit meinem Auto.
    Nun hatte ich allerdings auch da einen Zettel dran – was ich persönlich nicht nachvollziehen kann weil nachts ja eh keiner der Ärzte geöffnet hat …

    Wenn es die Möglichkeit gäbe würde ich sofort einen Stellplatz bzw. eine Garage in meiner Umgebung anmieten !!!

  8. (Ich habe nur ein Auto und ja ich bin auch jeden Tag auf meinen Wagen angewiesen !!!)

    Warum?

    Rad, S-Bahn, Mitfahrgelegenheit?

    Immer mehr sanierte Wohnungen,
    mehr Autos,
    begrenzter öffentlicher Raum =

    Parkplatzznot.

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