Adventsmarkt platzt aus allen Nähten

Zugegeben, etwas skeptisch war ich schon, ob es den Machern des 3. Stötteritzer Adventsmarktes gelingt, die Veranstaltung auf dem Gutshof noch zu steigern. Im vergangenen Jahr fand ich das Event rund. Glühwein und Bastelstände, Chorauftritt und Theateraufführung waren die Zutaten für einen gelungenen ersten Advent im Jahr 2013.

Was dieses Jahr abging, dürfte selbst die Stötteritzer Kulturrunde und auch den Verein zur Wiedereingliederung psychosozial geschädigter Menschen schwer beeindruckt haben. Die beiden Veranstalter des Adventsmarktes erlebten einen regelrechten Ansturm auf dem Gutshof in Stötteritz. Und das obwohl die Temperaturen und der eisige Wind nicht gerade zum längeren Verweilen im Freien einluden. Die Stände und das Kulturprogramm waren dicht umlagert. Wer eine Bratwurst essen oder einen Glühwein genießen wollte, musste langes Anstehen in Kauf nehmen. Dennoch tat das der Stimmung keinen Abbruch.

Staunen, Stöbern, Kaufen

Der Adventsmarkt ist ein Stadtteilfest. Soviel ist klar. Lokale Künstler, Kreative und Selbstständige haben nun schon im dritten Jahr eine bemerkenswert bunte Mischung an ihren Ständen auf die Beine gestellt. Es ist eine Freude, zu staunen, zu stöbern und letztendlich auch das ein oder andere zu kaufen.

Gut finde ich, dass im Vergleich zum Vorjahr vieles professioneller geworden ist, ohne dabei in den kitschigen Kommerz abzurutschen, den man auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt in der Innenstadt erleben muss. Der Adventsmarkt in Stötteritz lebt von der Nachbarschaft, vom Miteinander. Man kennt sich oder lernt sich kennen und hat eine gute Zeit.

Ausblick

Der Adventsmarkt platzt aus allen Nähten und das im positiven Sinn. Das war deutlich spürbar. Sollte sich die Veranstaltung weiter so gut entwickeln, wird der Gutshof als Location langsam zu eng. Für das kommende Jahr könnte ich mir vorstellen, dass am Standkonzept weiter gefeilt wird. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass alle Beteiligten auch in Zukunft an einem Strang ziehen. Es ist ein Fest von Stötteritzern für Stötteritzer und ihre Nachbarn. Was ich mir nicht wünsche, ist der Einstieg einer Veranstaltungsagentur, die daraus eine Cash-Cow machen möchte. Das würde nicht passen. Der Adventsmarkt in unserem Stadtteil lebt vom privaten Engagement vieler Einzelpersonen. Wer Beliebigkeit und überhöhte Preise für Banales zahlen möchte, geht besser auf einen traditionellen Weihnachtsmarkt.

PS: Ich hatte einen schönen Nachmittag mit vielen tollen Eindrücken und Begegnungen. Danke an die Macher. Ein paar Fotoimpressionen habe ich auch noch im Gepäck. Viel Spaß mit der Bildergalerie.

 

 

 

Frank Schütze ist Diplom-Journalist und hat die Stötteritzer Storys gegründet, damit die Menschen im Viertel wissen, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Sein Anspruch ist es umfassend, neutral und vor allem journalistisch sauber über Leipzigs höchstgelegenen Stadtteil zu berichten. Außerdem freut er sich über Themenhinweise und Kritik.

3 Gedanken zu “Adventsmarkt platzt aus allen Nähten

  1. Danke für den schönen Beitrag über den Adventsmarkt. Wir als aktive Teilnehmer fanden den Markt auch sehr schön und sind im nächsten Jahr sehr gern wieder mit dabei. Den Einstieg einer Agentur würden wir ebenfalls nicht begrüßen. Auch für uns als Standbetreiber ist es so viel ungezwungener und angenehmer.
    Viele Grüße an alle, die gestern auch eine schöne Zeit auf dem Adventsmarkt hatten.

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