Strandimpressionen auf Öl

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Habt ihr es gemerkt? Die Breslauer Straße mausert sich so langsam zum Stötteritzer Zentrum für Kunst. Ganze vier Galerien befinden sich im unteren Bereich der Straße auf gefühlt zehn Metern Abstand. Das jüngste Mitglied dieser illustren Runde ist die Galerie von Linda Monk. Die gebürtige Engländerin malt mit Öl auf Leinwänden und zaubert vor allem wunderbare Strandimpressionen, die fast wie eine Fotografie anmuten.

Und das war genau das, was mich begeisterte, als ich sie und ihren Mann im Atelier vor Kurzem besuchte. Bilder von Küsten, Stränden und Häfen, die bereits beim ersten Blick Lust auf Meer machen. Jeder, der mal im Ostseeurlaub war, weiß wovon ich spreche. Ihr spürt es bereits, ich bin begeistert, nahezu euphorisch. Ganz ehrlich, ich mag die Bilder von Linda. Weil sie nicht nur den Blick für das richtige Motiv hat, sondern auch die künstlerischen Fähigkeiten, diese umzusetzen. Sicher, wer unter Kunst von Weitem an die Leinwand geworfene Farbe versteht, wird bei Linda Monk nicht fündig. Abgedrehtes, Abstraktes oder Modernes werdet ihr nicht finden. Dafür aber viel Liebe zum Detail. Auch wenn es mal Bilder ohne Bezug zum Wasser sind.

Bereits als Kind hatte Linda viel gemalt und mit neun Jahren entschieden, Künstlerin zu sein. Mit 16 besuchte sie die Kunsthochschule und im Alter von 18 Jahren begann sie ihre Ausbildung an der Kunstakademie in Staffordshire, die sie mit Auszeichnung beendete. Und woher kommt die Liebe zum Wasser? „Ich komme aus Liverpool, dort gibt es sehr viel Wasser und einen Hafen. Außerdem stammt mein Mann aus Bournemouth, wo es ebenfalls einen schönen Strand gibt. Wasser gehört schon immer zu meinem Leben. Die Motive auf meinen Bilder habe ich übrigens alle persönlich besucht“, erzählt sie.

Linda schiff

Das künstlerische Talent liegt offensichtlich in der Familie. Schon ihr Großonkel zeichnete Cartoons für ein berühmtes britisches Comic und arbeitete als Werbeillustrator. Linda: „In frühen Jahren war er eine Inspiration für mich.“

Und wie kommt man nun von der britischen Küste nach Leipzig/Stötteritz? „Während einer reise haben wir mal Urlaub in Leipzig gemacht und waren begeistert. Das kulturelle Angebot, die schönen Altbauten, die viele Kinder und die jungen Menschen haben uns gefallen. Außerdem mag ich keine hohen Bürogebäude, wie sie so oft in anderen Metropolen anzutreffen sind. Hier in Leipzig kann man die beeindruckende Historie der Stadt noch spüren. Das gefällt mir“, sagt die Engländerin.

Mein Tipp: Wenn ihr mal in der Breslauer Straße seid, schaut ruhig mal im Atelier von Linda Monk vorbei. Es lohnt sich. Geöffnet ist in der Regel Nachmittags ab halb eins bis vier oder halb fünf.

Frank Schütze ist Diplom-Journalist und hat die Stötteritzer Storys gegründet, damit die Menschen im Viertel wissen, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Sein Anspruch ist es umfassend, neutral und vor allem journalistisch sauber über Leipzigs höchstgelegenen Stadtteil zu berichten. Außerdem freut er sich über Themenhinweise und Kritik.

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