Das Leben kehrt zurück: Centralpalast erhält eine neue Seele

Nicht nur Unternehmenszentrale für Enk Catering, sondern zunehmend auch wieder Veranstaltungsort: der Centralpalast in der Langen Reihe.

Nicht nur Unternehmenszentrale für Enk Catering, sondern zunehmend auch wieder Veranstaltungsort: der Centralpalast in der Langen Reihe.

Im Herbst des vergangenen Jahres gab es nach vielen Jahren der Stille erstmals wieder kulturelles Leben im Centralpalast in der Langen Reihe. Der jetzige Besitzer Dietrich Enk, Veranstaltungsmanager und Gastronom, hatte mit einigen Veranstaltungen der Einrichtung wieder Geist eingehaucht. Im Interview spricht er über sein erstes Fazit, zukünftige Pläne und das Bewusstsein, warum der Centralpalast keine Großraumdiskothek werden wird.
Hat dem Centralpalast neues Leben eingehaucht: Dietrich Enk

Hat dem Centralpalast neues Leben eingehaucht: Dietrich Enk

Seit vier Jahren sind Sie Eigentümer des Centralpalastes, im Herbst 2013 gab es erstmal wieder Veranstaltungen. Wie kam es dazu?
 
Enk: Ich bin in Leipzig vielfältig als Gastronom und Caterer aktiv. Vor vier Jahren habe ich im Centralpalast mit meinem Team unsere Unternehmenszentrale errichtet. Wir haben eine Küche gebaut, ein Lager, ein Außenlager und natürlich unsere Büroräume. Der große Festsaal war eigentlich übrig. Zugleich war uns die wechselvolle Historie dieser Einrichtung bewusst. Bekannt als Fest-, Tanz- und Kultursaal zu DDR-Zeiten, erinnern sich sicher auch noch viele an die Table-Dance-Bar-Zeiten sowie die große Bekanntheit als Techno-Schuppen, in dem sogar Kalkbrenner und Marusha auflegten. Da geistvolle Unterhaltung mich anspricht und ich mit dem Saal kein kommerzielles Interesse verfolge, haben wir in aller Ruhe Veranstaltungen entwickelt, die kontinuierlich dazu beitragen, dass das Gebäude seinen Wert zurückgewinnt.

Welches Fazit ziehen Sie für die erste Festwoche im November 2013?

Ich bin sehr zufrieden. Mich freut vor allem, dass wir die bis dahin noch ausstehenden Arbeiten fertig bekommen und die neue Veranstaltungstechnik aufgebaut haben. Das vielfältige Programm kam gut an und wir erhielten eine tolle Resonanz aus Stötteritz und dem gesamten Stadtgebiet. Die Veranstaltungen wurden gut angenommen und die Stimmung war prima.

Welche Pläne haben Sie zukünftig mit dem Centralpalast?
Auf keinen Fall wird sich daraus eine Großraumdiskothek entwickeln. Das passt nicht ins Viertel. Mit dem Krimidinner (14. Februar) und dem Auftritt des Jugendjazzorchesters (22. Februar) konnten wir jüngst zwei weitere erfolgreiche Veranstaltungen durchführen. Auf jeden Fall werden wir in diesem Jahr noch weitere Projekte angehen. Der Centralpalast gibt uns Gelegenheit zum Ausprobieren, vieles hat einen Werkstattcharakter. Wir denken über einen Wagner-Festtag nach und können uns aber auch eine Weihnachtsveranstaltung als Improvisationstheater vorstellen.
Der Saal im Centralpalast

Der Saal im Centralpalast

Frank Schütze ist Diplom-Journalist und hat die Stötteritzer Storys gegründet, damit die Menschen im Viertel wissen, was direkt vor ihrer Haustür passiert. Sein Anspruch ist es umfassend und neutral über Leipzigs höchstgelegenen Stadtteil zu berichten. Außerdem freut er sich über Themenhinweise und Kritik.

2 Gedanken zu “Das Leben kehrt zurück: Centralpalast erhält eine neue Seele

  1. Mit großem Interesse habe ich von der Wiederauferstehung des Kulturhauses in der Langen Reihe gehört. Bis 1992 war ich 15 Jahre lang Leiterin dieses traditionsreichen Hauses, was ab der 20er Jahre „Löwenpark“ nannte.
    Sollten sie Interesse an alten Fotos und Dokumenten haben, melden sie sich bei mir.

    Eva Seidel

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